ingsee, Tegernsee und Schliersee zu einer vielverheißenden Whisky-Ver- kostung am Endpunkt der Reise. Auf einer weiteren Tour umrundet der E- Biker – mit dem majestätischen Alpen- panorama stets im Hintergrund – auf Feldwegen, asphaltierten Radwegen und Nebenstraßen Deutschlands zweit- größten Binnensee, den Chiemsee, wo zahlreiche Orte mit Einkehrmöglich- keiten locken und schöne Badestellen ihrer Entdeckung harren. Von Stadt zu Stadt führen spezielle Routen, die so- wohl konventionell als auch mit dem E- Bike erradelt werden können: Ziele sind unter anderem Rosenheim, Burghau- sen, Wasserburg oder Augsburg. Auf ähnliche Weise lässt sich das Münch- ner Umland erkunden, wobei wieder- um Kultur und Tradition im Mittelpunkt stehen, denn die Radler begeben sich dabei etwa bei der Fahrt durch das Da- chauer Moos auf die Spuren der Maler Lovis Corinth oder Adolf Hölzel. Eine weitere Route durchquert das Murnau- er Moos, wo einst die Maler der Künst- lervereinigung Blauer Reiter wirkten. Über den „Münchner Radlring“ erreicht man das Kloster Fürstenfeldbruck oder Schloss Schleißheim, und schließlich kann man sich auch in Richtung Wol- fratshausen entlang der Isar und der Loisach bewegen, um den Flößern des 18. Jahrhunderts nachzuspüren. Radfahren im Allgäu ind in Bayerisch-Schwaben Die Liste der Radwege und Routen, auf denen sich die Region Bayerisch Schwaben und das Allgäu erkunden lassen, ist lang, und sie umfasst – wenn man einmal von den wenigen echten Fernradwegen wie dem Donau-Rad- weg absieht – vor allem kleinere Touren. Das gesamte Alphabet ist dabei vertre- ten, von A wie „Amper-Paar-Radweg“ über G wie „Große-Ries-Runde“, K wie „Kräutertour“ oder R wie „Römerkastell- Runde“ bis hin zu den Buchstaben W wie „Wertach-“ und Z wie „Zusam-Rad- weg“. Schon dieses kleine A bis Z zeigt die ganze Vielfalt der Landschaften und Sehenswürdigkeiten, die es zwischen Nördlingen und Füssen und zwischen Memmingen und Augsburg zu entde- cken gilt. Es geht hinauf zum Trauf der Ostalb, hinein in den Krater bei Nördlin- gen, man radelt über alte Römerstra- ßen oder folgt dem Verlauf des Limes. Auf einer Tour namens „Burgen, Radler Radfahren in Bayern 43 & Bier“, die an Günzburg, Leipheim und Ichenhausen vorbeiführt, kann man Au- tenrieder Bier genießen, während der Illertal-Radweg bis ins Allgäu reicht, wo sich den staunenden Radlern das Naturschauspiel der durch die Breitach- klamm tosenden Fluten bietet. Weitere lohnende Ziele, die man in der Region mit dem Rad erreichen oder im Rahmen einer Tour „erfahren“ kann: die Lech- Auen südlich von Augsburg, der bay- erisch-schwäbische Teilabschnitt des Donau-Radwegs mit den Städten Lau- ingen, Dillingen und Donauwörth, die Romantische Straße nahe Dinkelsbühl und Feuchtwangen, das Härtsfeld bei Neresheim (berühmtes Kloster!), das Donaumoos (Paradies für Zugvögel), der schwäbische Teil des Altmühltals, der Große Alpsee im westlichen und der Forggensee im östlichen Allgäu, der Bodensee bei Lindau, Rettenberg, Wertach und der Grüntensee am Fuße des Grüntens, Hohenschwangau mit Schloss Neuschwanstein (ja, auch das gehört zum bayerischen Regierungsbe- zirk Schwaben!) und viele mehr. Radfahren in Ostbayern Im Vergleich zu den übrigen bayri- schen Urlaubsregionen weist Ostbay- ern mehrere Besonderheiten auf. Das liegt einerseits an der geographischen Randlage, die grenzüberschreiten- des Radeln ermöglicht, denn auch in Tschechien und Österreich gibt es viel per Rad zu entdecken. In dieser Hin- sicht sind vor allem die Fernradwege interessant, die beispielsweise bis nach Kufstein oder sogar bis Prag reichen. Eine weitere Spezialität Ostbayerns ist das sogenannte Bahntrassenradeln. Besonders geeignet sind diese Routen für Senioren oder für Familien mit Kin- dern, da sie auf ehemaligen, stillgeleg- ten Bahntrassen verlaufen und deshalb ohne Steigungen auskommen. Wo also einst Dampfloks und Züge verkehrten, fährt man heute abseits vom Autover- kehr durch beeindruckende Landschaf- ten. Der „Vizinalbahn-Radweg“ etwa führt durch den Oberpfälzer Wald und nutzt die ehemalige Bahntrasse von Wiesau nach Bärnau. Ähnlich beliebt ist der „Bockerlberg-Radweg“: Er ver- läuft ab Landau an der Isar in Teilen auf einer ehemaligen Bahntrasse und schließt in Postmünster an den Rottal- Radweg an. Ähnlich bequem gestalten sich die „Radl-Fahrten“ entlang der Flüsse Ost- bayerns, denn auch sie verlaufen weit- gehend durch ebenes Gelände und weisen in West-Ost-Richtung sogar ein leichtes Gefälle auf. In erster Linie ist hier natürlich der Donau-Radweg zu nennen, der Radfahrern die Gele- genheit bietet, allein in Ostbayern eine Strecke von 228 km zurückzulegen und dabei zahlreiche Sehenswürdig- keiten kennenzulernen, die entlang des Weges liegen, darunter Kloster Weltenburg, die Walhalla oder viele historische Städtchen und Städte wie Neuburg an der Donau, Regensburg oder Passau. Daneben gibt es jedoch viele weitere Radwanderwege, die durch die Region führen und dabei bekannten Flüssen folgen: Ob Isar-, Naabtal-, Regental-, Rottal- oder Schwarze-Laber-Radweg – allesamt schlängeln sie sich durch idyllische Landschaften und bringen Fahrradbe- geisterte zum Schwärmen. Und keine Angst: auch wenn man sich nur jeweils ein Teilstück dieser zum Teil längeren Routen vornimmt, kommt das Radl- Vergnügen nicht zu kurz! Oberstdorf, Foto: ARochau/stock.adobe.com